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Institute of Technical Biocatalysis


Prof. Volker Kasche:

10 Jahre ITB und vorher?

Was passierte in

18 Jahren Biotechnologie II 1986-2004

was Sie –ausser Maren, Uta und Rudi vielleicht nicht wissen

Vor 30 Jahren – am 4.12 1985- bekam ich den Ruf an die TUHH. Den habe ich im März 1986 angenommen und die Uni Bremen verlassen wo ich seit 1973 die Biologie und Chemie mitaufgebaut hatte. Jetzt sollten ich und Herbert Märkl die Biotechnologie an der TUHH gemeinsam aufbauen. Im Herbst 1986 haben wir die gesamte TUHH in unser erstes „Zuhause“ in den noch nicht voll dafür umgebauten ehemaligen Baumarkt in der Schlossstrasse zu Weisswurst und Pflaumenkuchen eingeladen. Dabei zeigten wir Drittmittel-Geräte, die wir aus Bremen bzw. München mitnehmen konnten.

Eines davon war ein Bio-Reaktor. Nach Tjernobyl im April 1986 war das Wort Reaktor für viele etwas was Angst machte. Das konnten wir beim Bio-Reaktor ausräumen. Es war ein Teil unser erstes gemeinsames Drittmittelprojekt. Ich brauchte monoklonale Antikörper für analytische und präparative Zwecke. Solche Antikörper wurden erstmals 1975 von Köhler und Milstein in Cambridge in Hybridomzellen hergestellt. Dafür bekamen sie 1984 den Nobelpreis. Ich hatte die Hybridomzellen und Herbert den Bio-Reaktor, in dem wir grössere Mengen von monoklonalen Antikörpern herstellen wollten. Das war erfolgreich und diese Arbeiten hat dann Ralf Pörtner selbstständig weiterentwickelt.

Im ersten Spektrumheft der TUHH 1987 hatten wir unsere Pläne für die Biotechnologie an der TUHH vorgestellt. Dazu gehörte auch die Gentechnik, für die wir dafür geeignete Labore hier in der Denickestrasse planten. Das wollten einige in der TUHH nicht. Durch die Unterstützung des Präsidenten und des Senators erhielten wir diese Labore. Wir haben immer unsere Nachbarn in der Denickestrasse, bei den Tagen der offenen Tür an der TUHH, und auf Anfrage des Bezirksamtes Harburg offen darüber informiert was wir -und wofür- in den gentechnischen Laboren machten.

Herbert und ich haben in den ersten Jahren mit Kollegen aus der TUHH und der Uni Hamburg den SFB „Reinigung kontaminierter Boden“ und das von mir initiierte Graduiertenkolleg Biotechnologie bei der DFG beantragt. Beide wurden bewilligt. Beide haben Herbert und mir mehr als 10 Jahre Arbeit, Spass, und Freude bereitet. Ich habe die ganze Zeit als Sprecher das Graduierten-kolleg geleitet. Frau Sahling und Frau Gork haben mich bei dessen Verwaltung sehr unterstutzt. Durch das sehr engagierte wissenschaftliche und technische Team waren beide Vorhaben sehr erfolgreich, was durch viele Veroffentlichungen und Dissertationen dokumentiert wurde.


Erste Sitzung des Graduiertenkollegs Biotechnologie 1990 in der Schlossstrasse mit mir Herbert Markl, Rudi Muller (der Ende der 1980er zu uns kam) und dem TUUH Prasidenten Mecking. Damals dominierten Folien nach dem Zeitalter der Dias und vor dem Power Point-Zeitalter. Hinten sehen Sie, dass die Grossraumlabore in der Schlossstrasse inzwischen voll ausgerustet waren.

Wegen mir als Naturwissenschaftler und der Berufung von Rudi Muller und Garo Antranikian in unsere Arbeitsbereiche und wegen dem Graduiertenkolleg und dem SFB, musste die Promotionsordnung der TUHH erweitert werden, so dass auch zu Dr. rer. nat. promoviert werden konnte. Das haben wir 1990 erreicht 1991 sind wir von der Schlossstrasse in die Denickestrasse umgezogen.

Herbert und ich haben auch am Ende meiner aktiven Zeit ein gemeinsames DFG-Projekt erfolgreich abgeschlossen. In seinem Bioreaktor konnte die Produktion von Penicillin Amidase in unsere rekombinanten Zellen optimiert werden. Dabei wurden auch ausbeutebestimmende Faktoren wie Zelldichte, Faltungsgeschwindigkeit, Ca2+-Gehalt u.a. fur dieses Modellsystem untersucht.

Soviel zur Wissenschaft in den 18 Jahren. Mehr dazu finden Sie in den Veroffentlichungen, Dissertationen des BT II und in unserem Buch.

Wie meine Lehrer in Schweden und USA habe ich in meiner aktiven Zeit viel und gern im Labor gearbeitet. Einer meiner Lehrer hat immer betont, dass Wissenschaft 5 % Spass und 95 % Schweis ist. Spass wenn man eine Hypothese experimentell bestatigen konnte, Schweiss den „Irrweg“ dahin, den man manchmal durch geeignete Gerate verkurzen und erleichtern kann. Im analogen Labor, in dem ich ausgebildet wurde, musste man dafur geeignete Gerate, die es auf dem Markt nicht gab, alleine oder mit Mitarbeitern bauen.

Hier sind zwei Beispiele dafur:

ETWAS ZUR LEHRE

  • Herbert und ich haben schnell die Biotechnologie in den Studiengang Verfahrenstechnik integriert.
    Ich habe 2 Projektierungskurse geleitet:

Biotechnische 7-ACA Produktion (1994), die damals von Hoechst in Betrieb genommen wurde und wo ich bei dessen Entwicklung als Berater beteiligt war. Der Projektierungskurs durfte die Anlagen bei einer Exkursion im Anschluss zum Projektierungskurs besichtigen.

Biotechnische Insulinproduktion (1999) wo Hoechst uns keine Exkursion zu dessen Anlagen erlaubte.

  • Mitte der 1990er hat die TUHH englischsprachige Ms-Studiengange eingefuhrt. Ich habe den Studiengang “Process Engineering“ fur die Verfahrenstechnik koordiniert bis ich 1999 Dekan wurde.
  • Als ich 1999-2001 Dekan war wurden von der Verfahrenstechnik die Studiengange Biotechnologie (jetzt Bioverfahrenstechnik) und Energie- und Umwelttechnik (mit Maschinenbau) entwickelt und eingefuhrt.
    Am Ende hat mich der 11 September 2001 sehr in Anspruch genommen.
  • Im Graduiertenkolleg mussten die KollegiatInnen im ersten Semester an einem Studienprogramm (≈ 20SWS Blockkurse, auch Praktika, und Projektierungskurs) teilnehmen, und an den Seminaren (≥ 5 pro SS) , 2-tagige Work-shops, die zum Teil von den Kollegiaten organisiert und geleitet wurden, und Exkursionen (3-4 Tage zu ACHEMA, Firmen (Bayer, Biochemie Kundl, DSM, Novo, Roche, Astra Zeneca und Uni-Institute)) des Graduiertenkollegs teilnehmen. Jede/r KollegiatIn hatte 2 Professoren als Betreuer.
  • WS 1997/98 haben wir die Ringvorlesung der TUHH organisiert. Thema: Nachhaltigkeit.
  • Dass diese Lehre und das weitere Studium zur Promotion erfolgreich war wird durch folgendes dokumentiert:
    • Promovierte und habilitierte WiMis und Postdocs des BT II sind: In Forschungsinstituten (Helmholtz, Max Planck), Handel, Industrie, Patentwesen, off. Dienst und als Freiberufler im In- und Ausland erfolgreich tatig geworden.

    • Davon sind in Unis und FH: 3 Professorinnen und 6 Professoren geworden. Eine davon Antje Spiess wird nach mir reden, eine andere Zoya Ignatova hat gerade ihre Antrittsvorlesung an der Uni Hamburg gehalten. (Aus meiner Zeit an der Uni Bremen kommen noch 3 Professoren dazu).


18 Jahre erst im analogen und zuletzt digitalen Büro in der TUHH

Das war der Blick zuruck auf BT II. Bei meiner Verabschiedung 2004 habe ich eine Rede „Blick zuruck nach vorn“ gehalten. Dabei habe ich, nach vorn blickend, ein wesentliches Ziel meines Berufslebens, dass ich schon bei meiner Habilitation im Kontakt mit Gesellschaftswissenschaftler gelernt habe, folgendes von Max Weber gezeigt.


Wissenschaftlich aber überholt zu werden, ist

- es sei wiederholt -

nicht nur unser aller Schicksal,

sondern auch unser aller Zweck.

Wir können nicht arbeiten,

ohne zu hoffen, dass andere weiter kommen als wir.

Max Weber aus „Wissenschaft als Beruf“, 1919

 

Dass das so ist haben schon jetzt, einige meiner ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich gezeigt.

In diesem Sinne wunsche das Institut fur Technische Biokatalyse weiterhin –wie bishersehr erfolgreiche Arbeit in den nachsten Jahrzehnten.


Volker Kasche zum 2015-12-04


History of ITB

News

New PhD position at ITB. Topic: Experimental and theoretical processing of biocatalytic cascade reactions.

New PhD position at ITB.

Topic: Experimental and theoretical processing of biocatalytic cascade reactions.

Complete offer information available here.

Edgar Gamero joins the ITB for his Master Thesis. Welcome!

Edgar Gamero joins the ITB for his Master Thesis. Welcome!

Edgar will work in the topic "Etablierung einer Hochzelldichtefermentation und eines Aktivitätstest zur Oxidation von Alkanen".

Good luck and welcome!

Dr. Martina Schedler has succesfully completed her PhD!

Martina Schedler has succesfully completed her PhD "Microbial degradation of crude oil at high pressure".

Congratulations!!

Aparna Nair joins the ITB for her Master's Project Work. Welcome!
Aparna Nair joins the ITB for her Master's Project Work. Welcome!

Aparna will work in the topic "Optimization of crude oil fractionation procedures for biodegradation analysis at high pressure conditions".

Good luck and welcome!